LB Dipl.-Ing. Lea Lisa Soltau / 2. Prüferin: Prof. Karin Paula Sander

Sprache.Entwerfen.Raum

 Der Kurs findet im Feld der zeitgenössischen Architekturtheorie statt. 

Die Sprache steht hier am Anfang des Bewusstwerdens. Denn was wir vorher allein gefühlt haben, bekommt mit Wort und Satz eine Ausformulierung, eine Klarheit, ein Dasein, eine Präzision. Worte und Begriffe als Sprachlich-Werdung sind der Ausdruck von dem, was wir als wichtig wahrnehmen und so in Theorie- und Bewertungsbildung einführen. So wird die Sprache ein Instrument des Entwerfens. 

Wir beschäftigen uns in diesem Seminar mit einer Methode. Sie soll uns Klarheit verschaffen wo wir in den verschiedenen Prozessen und Blicken des räumlichen Gestaltens stehen. Über Sprache betrachten wir also Raum - mal ganz nah: aus unserem Körper, aus unserer Perspektive, unserer Stimmungslage, der jeweiligen Jahreszeit heraus, mal ganz fern: ein abstrakter Blick auf Raum der sich vor uns ausbreitet. 

Wir nähern uns der Sprache anhand von literarischen und poetischen Texten u.a. Virginia Woolf oder Annie Ernaux. 

Wir nähern uns dem Raum aus philosophischen und soziologischer Perspektive und schärfen unsere Sprache an Hand von Martin Heidegger, Jürgen Hasse und Martina Löw.

Aus diesen beiden Richtungen wollen wir erfinderisch tätig werden.

Zielsetzung: Wir werden untersuchen in welcher Beziehung sich Situation und Form zu Erzählung und Raum verhalten. Hierfür werden wir Philosophie, Lyrik und Erzählungen zur Hand nehmen. Aus ihnen Werkzeuge entwickeln, mit denen wir entwerferisch tätig werden können. Es wird Input Vorträge geben, theoretische Experimente und ein stetes Austauschen und Reflektieren unseres Prozesses. Am Ende stehen Magazine (vielleicht Zines - „Kleinstmagazine“), die die einzelnen Prozesse abbilden und die Prüfungsleistungen erfüllen.